Nach dem Vertrag ist vor der Retention
Onboarding als Schlüssel zur langfristigen Mitarbeiterbindung
Die Vertragsunterzeichnung ist erst der Anfang.
Die wahre Herausforderung beginnt, sobald der neue Mitarbeiter den Vertrag unterschrieben hat. Ein häufig unterschätzter Aspekt in der Mitarbeiterbindung ist das Onboarding.
Wenn dieser Prozess schlecht oder gar nicht strukturiert ist, droht der neue Teamkollege schnell das Unternehmen zu verlassen.
In diesem Beitrag erklären wir, warum ein gutes Onboarding unerlässlich ist, um die Mitarbeiterbindung von Tag eins an zu stärken, und wie Sie eine Willkommenskultur etablieren können, die langfristig Erfolge sichert.
1. Der zentrale Fehler: Unzureichendes Onboarding
Ein häufiger Fehler vieler Unternehmen ist, das Onboarding als bloße Formalität abzutun. Das bedeutet oft, dass neue Mitarbeiter wenig Unterstützung in der Anfangszeit erhalten und sich nicht wirklich in das Team integriert fühlen. Ein schlechtes oder ungenügendes Onboarding kann dazu führen, dass neue Mitarbeiter sich überfordert oder isoliert fühlen, was ihre Motivation und Bindung an das Unternehmen negativ beeinflusst.
Mitarbeiter, die nicht richtig integriert werden, neigen dazu, sich schnell nach anderen Jobmöglichkeiten umzusehen. Ein reibungsloser und gut geplanter Onboarding-Prozess ist also entscheidend, um die Fluktuation zu minimieren und das Vertrauen der neuen Mitarbeiter von Anfang an zu gewinnen.
2. Die Kraft der Willkommenskultur
Die ersten Tage im neuen Job sind entscheidend. Hier entsteht der erste Eindruck – und dieser bleibt oft lange bestehen. Eine starke Willkommenskultur sorgt dafür, dass sich der neue Mitarbeiter sofort willkommen fühlt und in das Team integriert wird. Hierzu gehört mehr als nur ein kurzes Kennenlernen. Schaffen Sie ein einladendes Umfeld, in dem der Mitarbeiter sofort versteht, dass er wertgeschätzt wird.
- Vorbereitung: Sorgen Sie dafür, dass der Arbeitsplatz von Anfang an bereit ist – vom Computer über die Software bis hin zu den notwendigen Zugriffsrechten.
- Mentoren- oder Patenprogramm: Weisen Sie jedem neuen Mitarbeiter einen erfahrenen Kollegen zu, der als Ansprechpartner dient und den neuen Mitarbeiter in den ersten Wochen unterstützt.
3. Klare Ansprechpartner und Kommunikation
Eine der größten Hürden für neue Mitarbeiter ist die Unsicherheit darüber, wer in welchem Fall Ansprechpartner ist. Klare Kommunikationsstrukturen von Anfang an sind daher unerlässlich. Dies umfasst:
- Einen festen Ansprechpartner für den ersten Einarbeitungsmonat
- Eine klare Vorstellung davon, wer für welche Themen zuständig ist (IT, HR, Teamleiter, etc.)
- Regelmäßige Check-ins, um Feedback und Unterstützung zu bieten
Durch eine klare Kommunikation schaffen Sie Transparenz und vermeiden Missverständnisse, was das Vertrauen und die Bindung an das Unternehmen stärkt.
Generalistische Onboardingpläne sind veraltet. Heute muss man die Pläne je nach Rolle und Aufgabe erstellen und integrieren.
4. Strukturierte Einarbeitungsprogramme
Ein strukturiertes Einarbeitungsprogramm ist ein weiterer zentraler Baustein eines erfolgreichen Onboardings. Statt den neuen Mitarbeiter mit einer unübersichtlichen Flut an Informationen zu überfluten, sollte das Onboarding in überschaubare Phasen unterteilt werden.
Wichtige Elemente eines Einarbeitungsprogramms sind:
- Einstiegs-Training: Einführungen in die Unternehmenskultur, interne Prozesse und Tools.
- Zielvereinbarungen: Setzen Sie klare Ziele für die ersten 3, 6 und 12 Monate, die dem neuen Mitarbeiter Orientierung und Motivation bieten.
- Feedback-Mechanismen: Bieten Sie regelmäßige Feedback-Gespräche an, um den Onboarding-Prozess kontinuierlich zu verbessern und sicherzustellen, dass der Mitarbeiter zufrieden ist.
Ein strukturiertes Onboarding sorgt dafür, dass neue Mitarbeiter nicht nur fachlich, sondern auch emotional und kulturell integriert werden. Tool Hack: Eine digitale Onboardingmappe erleichtert das strukturierte Onboarding.
5. Langfristige Mitarbeiterbindung: Der Fokus auf das „Warum“
Onboarding ist nicht nur eine einmalige Aktion, sondern muss als langfristige Maßnahme verstanden werden. Der langfristige Erfolg hängt davon ab, wie gut der Mitarbeiter sich mit den Zielen des Unternehmens und seiner eigenen Rolle identifizieren kann. Ein schneller Einstieg und klare Perspektiven auf den langfristigen Karriereweg des Mitarbeiters sind entscheidend.
Nutzen Sie das Onboarding, um dem neuen Mitarbeiter eine Vision für seine Weiterentwicklung im Unternehmen zu geben. Bieten Sie Möglichkeiten zur beruflichen Weiterentwicklung und zeigen Sie, dass der Mitarbeiter für das Unternehmen von langfristiger Bedeutung ist. So fühlen sich Mitarbeiter nicht nur als Teil eines Teams, sondern als Teil einer wachsenden Vision.
Oft wird HR als Belastung (finanziell und zeitlich) gesehen, aber HR spielt eine bedeutende Rolle. Die Aufgabe von HR, nämlich Mitarbeiter – das wichtigste Kapital jedes Unternehmens – an das Unternehmen zu binden, damit wenig Fluktuation gegeben und das Unternehmen gute Reputation hat darf keinesfalls unterschätzt werden.
Fazit: Onboarding als strategischer Erfolgsfaktor
Onboarding ist mehr als nur ein administrativer Prozess – es ist der Schlüssel zur langfristigen Bindung von Talenten. Wenn Sie die ersten Tage und Wochen im Unternehmen gut gestalten, schaffen Sie eine stabile Grundlage für eine erfolgreiche und langfristige Zusammenarbeit. Die Investition in ein strukturiertes, respektvolles und integratives Onboarding zahlt sich aus, indem es nicht nur die Mitarbeiterbindung fördert, sondern auch das Unternehmen langfristig stärkt.
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